Musterhausbesichtigungen

So, wie gestern erwähnt, waren wir in zwei Musterhausparks. Einmal Massivhäuser von Viebrock in Bad Fallingbostel und zum zweiten in der FertighausWelt in Hannover.

Kern der Aktion war es, mal ein Gefühl für Größen und die unterschiede der Bauarten zu bekommen. Sicher nicht 100% akkurat aber ich wüsste nicht, wie wir das sonst anstellen sollen. Wir kennen niemanden, mit einem Fertighaus.

Bevor es weiter geht ein kurzer Hinweis. Dies ist ein langer Beitrag! ;-)

Als erstes waren wir bei Viebrock. In dem Musterhauspark stehen so 20 Häuser in allen Größen und Formen. Man bekommt wirklich einen guten Eindruck von den verschiedenen Haustypen. Auch die vielen verschiedenen Größen und Raumaufteilungen haben uns doch sehr geholfen. Wir wissen nun einigermaßen genau welche Größe einzelne Räume mindestens haben sollten und welche Größen sie nicht überschreiten sollten.

Wir wollen zum Beispiel kein Wohnzimmer mit mehr als 40qm. Die Küche erscheint uns zwischen 13 und 15 qm ideal zu sein und so weiter. Alles in allem sind wir uns nun über die gewünschte Größe einig. ;-) Aber wir lagen mit unserer Schätzung zur Gesamtgröße aber vorher schon ganz gut.

Eine Anmerkung habe ich aber noch für Viebrock (auch wenn sie das nicht lesen). Um Himmels Willen lüftet die Häuser. Macht Fenster auf wenn es draußen 10 Grad hat oder dreht wenigstens die Heizung runter. Es war so abartig warm in den Hütten, dass man es eigentlich nirgendwo länger als 5 Minuten ausgehalten hat. Wir haben dann dennoch gute 2 Stunden dort verbracht.

Leider scheint Viebrock außerhalb unserer Möglichkeiten zu liegen. Aber irgendwie müssen die Hochglanzkataloge und Musterhausparks ja bezahlt werden. Wobei, wenn ich genauer drüber nachdenke, kann ich es nicht genau sagen, da man ja leider von den Anbietern immer nur Phantasiepreise genannt bekommt.

Aber gut, danach ging es dann noch eine halbe Stunde weiter zur FertighausWelt. Und ich nehme es gleich vorweg. Damit hat sich die Fertighausbranche bei uns keinen Gefallen getan.

Das Erste was uns da negativ aufstieß war der Eintrittspreis. Ist nicht tragisch. Ich verstehe auch warum. Finde ich trotzdem doof!

Egal, 5€ für uns beide bezahlt und dann rein. In der MusterhausWelt stehen 21 Häuser von 19 Anbietern. Klingt ja erstmal gut, aber das sind nur bessere Büros für Vertreter. Die Häuser sind alle recht groß. Es gab nur ein oder zwei Häuser die so etwa in unsere Größenvorstellungen von rund 140 qm fallen. Ich kann das auch nachvollziehen, da sie auch immer zwei bis drei Zimmer als Büros und Räume für Beratungsgespräche nutzen.

Das ist aber leider überhaupt nicht das, was uns interessiert hat. Wir wollten ja echte Raumaufteilungen sehen und keine Häuser die möglichst offen und gut Nutzerbar zum verkaufen sind. Ganz davon abgesehen, dass man dadurch gar nicht in alle Räume rein konnte. Man kam sich die ganze Zeit ein wenig unerwünscht vor.

Es war recht voll, genauso wie im Viebrock Musterhauspark, und das war das einzig Gute an der ganzen Sache. Ich will auch gerne erklären warum.

Wenn man ein Haus bauen möchte, ist mit Sicherheit einer der ersten Fragen ob man massiv baut oder ein Fertighaus. Die Unterschiede der Bauarten will ich jetzt gar nicht erklären. Das würde an dieser Stelle zu weit führen. Vielleicht mache ich das ja mal, wenn ich mir selber im Klaren darüber bin.

Aber was macht man nun um zu entscheiden wie man bauen will. Preis kann man sich gleich abschminken. Das kann man tatsächlich erst sicher sagen, wenn man einigermaßen komplette Angebote von diversen Anbietern hat. Dann weis man zumindest in welchen Ligen man da spielt. Vergleichbar sind die Anbieter aus dem Katalog quasi nicht. Alle haben leicht unterschiedliche Bauleistungsbeschreibungen. Das führt dazu, dass bei jedem Anbieter andere Dinge als Sonderausstattung gelten. Dementsprechend kann dann auch ein erstmal teurerer Basispreis am Ende günstiger werden. Aber ich schweife schon wieder ab.

Was man aber durchaus vorher recherchieren kann, sind die baulichen Eigenheiten die die unterschiedlichen Bauformen haben. So las ich zum Beispiel des Öfteren, dass Massivhäuser wesentlich besseren Schallschutz im inneren des Gebäudes haben. Da der Lärm derzeit einer meiner Hauptmotivatoren für einen Neubau ist, ist mir das sehr sehr wichtig. Und Halleluja ist das ein Unterschied. Nun muss man dazu korrigierend sagen, dass ich da nun auch sehr drauf geachtet habe. Wenn da jemand weniger empfindlich ist, mag das weniger stören aber, in einem Fertighaus läuft man halt durch eine hohle Holzkiste.

Jeder Schritt erzeugt einen dumpfen tiefen „Umpf“. Beide Parks waren voll, und in den Massivhäusern, hat man erst gemerkt das noch jemand da war, wenn man plötzlich im selben Raum stand. An diesem Punkt hatten sich die Fertighäuser für mich quasi schon komplett erledigt.

Nun muss man der Fairnis halber sagen, dass die FertighausWelt etwa 14 Jahre alt ist und da jede Woche sicher ein paar hundert Leute durch die Häuser trampeln. Und es war auch tatsächlich nicht in allen Häusern so schlimm wie in anderen.
Leider nützt mir das für meine Einschätzung gar nix. Denn die Bauträger die für uns bisher in Betracht kamen, waren leider sehr laut. Wir haben aber mal Prospekte von anderen mitgekommen. ;-)

Was mich dann aber tatsächlich mächtig abgetörnt hat, waren einige Verkäufer die mir einfach nur was verkaufen wollten. Ich hatte Fragen. Bezüglich der Lautstärke. Bezüglich Werterhalt. Bezüglich individueller Planung. Bezüglich Heizsystemen und weitere… Keine dieser Fragen wurde mir beantwortet. Ich fragte zum Beispiel was ein „Luft-Wärme-Pumpe“ wäre. Die Antwort (Nicht im Wortlaut) „Na ja, Luft … Wärme … Pumpe. Die saugt Außenluft an und komprimiert die und heizt damit“. Ahhhh ha. Na danke für diese ausführliche Erklärung! Ein Prospekt dazu haben wir auch nicht bekommen, weil die sehr sparsam damit sind. „Muss der Kunde am Ende ja alles bezahlen. Siehe Viebrock.“ Na danke, dann belese ich mich wohl doch wieder selber dazu. O_o

Nachdem drei Fragen nur so wischi waschi abgetan wurden, war es vielleicht nicht die klügste Idee zu sagen, dass ich Verkäufern erst einmal prinzipiell nicht glaube. Aber ist halt so. Die müssen mich schon überzeugen. Ich lasse mich ja verarschen, aber die sollen sich bitteschön mühe geben!

Der Knaller war dann aber die Reaktion auf meine Frage bezüglich der Innendämmung. Also das ich die Häuser sehr hellhörig finde und jeder Schritt ein dumpfes Geräusch im ganzen Haus macht. Und ich habe mir das nicht eingebildet! Ani hat es auch sehr deutlich gehört, und die hat nicht drauf geachtet. Da sagt der Verkäufer doch tatsächlich „Nein, das stimmt nicht!“ Ende der Diskussion. Really? Die besseren Schallschutzeigenschaften von massiven Decken steht nun wirklich in jeder Vergleichsliste von Fertig- und Massivhäusern. Da war es dann bei mir vorbei. Wir sind gegangen.

Alles in Allem war es aber dennoch kein kompletter Reinfall. Wir wissen nun zumindest wie es um die Schallschutzeigenschaften von Fertighäusern bestellt ist.

ABER, ich habe Fertighaus immer noch nicht ganz ausgeschlossen. Zum einen haben wir noch Termine mit Fertighausbauern, und mal gucken was der oder die so erzählen. Ich hoffe mal auf ehrliche Worte.

Ach ja, und sollte jemand in der Nähe von Hamburg in einem Fertighause (EFH) wohnen und mal ein paar Minuten zeit haben, würden wir uns freuen wenn wir mal vorbei schauen dürften. An Echtweltinformationen nach dem Bau, ist nämlich wirklich schwer ranzukommen.

Bis die Tage

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